Alpenschutz und Jugendpartizipation.

Jugendparlamentarier der Alpenkonvention zu Gast bei Rosenheimer Grünen.

Sechs Schülerinnen und Schüler des Rosenheimer Karolinengymnasiums stellten am Montag, den 09.01., im Rahmen der monatlichen Ortsversammlung von Bündnis 90/Die Grünen, ihr Engagement im Jugendparlament der Alpenkonvention (Youth Parliament to the Alpine Convention – YPAC) und dessen Ergebnisse vor.

Beim YPAC kamen auch im vergangenen Jahr, dieses Mal im italienischen Bassano del Grappa, wieder rund 80 Schülerinnen und Schüler von zehn Schulen aus den Alpenanrainern zusammen, um über aktuelle Themen der Alpen zu diskutieren. Während der fünf Parlamentstage erarbeiteten sie Lösungsvorschläge, diskutierten diese auf Englisch und fertigten auf deren Basis zehn Resolutionen an:

  1. Verbesserung der Integration in den Alpenraum eingewanderter Menschen durch kulturelle Veranstaltungen

  2. Umweltfreundliche Renovierung von Tourismuseinrichtungen alter Bausubstanz statt Neubauten

  3. Unterstützung von Neugründungen ökologischer Firmen durch beispielsweise Steuervergünstigungen

  4. Erschwinglicher öffentlicher Nahverkehr zur Reduzierung von Emissionen

  5. Verbreitung der österreichischen Idee des Bergsteigerdorfs in den gesamten Alpen

  6. Effizientes Recycling im öffentlichen Alpenraum

  7. Verwirklichung einer Kreislaufwirtschaft

  8. Sichtbarmachung der Umweltauswirkungen von Herstellungsprozessen

  9. Selbsterhaltende und produktive Umgestaltung von Terrassenlandschaften als Teil unseres kulturellen Erbes

  10. Gleichgewicht von Natur und Urbanisierung

Enttäuschung über Rosenheimer Stadtrat

Das große Ziel der Jugendparlamentarier sei es, dass Ihre Forderungen in der realen Politik Beachtung finden. Hierfür scheuen sie auch nicht den Dialog mit Politikerinnen und Politikern von kommunaler bis zur Bundesebene. Dabei müssen sich die engagierten und politisch interessierten Jugendlichen jedoch regelmäßig der Erkenntnis stellen, dass Politik oftmals ein träges Geschäft ist und Veränderungen sich nur mit viel Geduld und Geschick erreichen lassen. „In der Realität ist es nicht ganz einfach, unsere Forderungen direkt umzusetzen und wir sind schon froh, wenn die Politiker unsere Inhalte in den Hinterköpfen behalten.“, so Jonas Pyhrr, einer der drei YPAC-Präsidenten, über diese Erfahrung.

Am meisten erstaunt habe die Schülerinnen und Schüler bisher, dass Ihre Anliegen in der Bundespolitik auf mehr Gehör gestoßen seien, als beispielsweise bei der bayerischen Landes- oder Kommunalpolitik. Vor allem über den Rosenheimer Stadtrat äußerten sie sich enttäuscht. „Es war schon erstaunlich, dass man sich anscheinend in Berlin mehr für unsere Anliegen interessiert hat, als in unserer Heimatstadt. Wir haben uns hier nicht wirklich ernst genommen gefühlt.“, kritisiert Pyhrr die Haltung der Stadträtinnen und Stadträte.

Claudia Stamm, grüne Abgeordnete im bayerischen Landtag, und Martin Knobel, Vorstandsprecher der Rosenheimer Stadt-Grünen, sicherten den Jungendlichen Unterstützung im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu. „Ich bin begeistert von Eurem Engagement und den Inhalten, die Ihr erarbeitet habt. Ihr habt meine E-Mailadresse, wenn wir Euch irgendwie unterstützen können, dürft Ihr Euch jederzeit melden.“, so Knobel gegenüber den Jungendparlamentarier. Judith Kley-Stephan, Grüne Stadträtin und Beisitzerin im Ortsvorstand, sprach sich für eine allgemeine Stärkung der Jugendpartizipation in Rosenheim aus. warnte aber auch davor, falsche Hoffnungen zu schüren. „Wir müssen das Interesse unserer Jugendlichen an Politik und Teilhabe wecken. Das kommt nicht von alleine und erst recht nicht, wenn wir sie nicht ernst nehmen.“, so die Kommunalpolitikerin.

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